Vereins Geschichte Drucken

Wie war das.......Damals?? 

Als im Frühjahr 1992 der Mann von Renée Komenda über Schmerzen klagt, kann sie sich nicht vorstellen, dass bereits wenige Wochen später für sie und ihre Kinder (damals 5 und 7 Jahre alt) nichts mehr so sein wird wie es einmal war. Ihr Mann stirbt. Witwe in ihrem Alter?? Sie versteht die Welt nicht mehr und beginnt nach Frauen und Männern zu suchen, die ihr Schicksal teilen. Überall, auch bei Ämtern und Institutionen, bleibt sie aber mit ihren Problemen alleine.

Ein Jahr später lernt sie durch ein Zeitungsinserat eine gleichaltrige Witwe kennen, die mit Unterstützung des „Team Selbsthilfe“ eine Selbsthilfegruppe gründen will. Renée Komenda nimmt zwar an der Gründungsversammlung teil, ist aber schon zu dieser Zeit davon überzeugt, dass so eine Gruppe für Betroffene kaum funktionieren kann, was sich leider auch bald bewahrheitet.

Um eine neue Lebensperspektive zu finden, macht sie die Aufnahmeprüfung an der Schule für Soziale Arbeit. Sie weiss, dass da das dritte Ausbildungsjahr ein so genanntes „Projektjahr“ ist. Schon zu Beginn ihres Studiums plant sie, als Projekt eine Stelle zu schaffen, bei der Frauen und Männer, die ihren Partner verloren haben und Kinder alleine grossziehen müssen, umfassende Hilfe bekommen.

Endlich kommt das dritte Jahr ihres Studiums zur Sozialpädagogin und sie kann ihr Projekt für Verwitwete mit Kindern, das sie seit Beginn ihrer Ausbildung im Kopf hat, in Angriff nehmen. Am 27. Juli 1995, nach dreimonatiger Vorarbeit, eröffnet sie die Kontakt- und Beratungsstelle AURORA (nach der griechischen Göttin der Morgenröte) und die erste Klientin ruft an. Renée Komenda, noch ganz auf sich alleine gestellt, bietet während ihres Projektjahres Kurse am Elternbildungszentrum Zürich, Beratung für Betroffene und ihre Angehörigen, Vermittlung von Fachberatung, Ferien, Kontakte und Begegnungen sowie gesellige Anlässe für Verwitwete mit Kindern an. Durch ihre gezielte Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenen Medien melden sich immer mehr Betroffene und bereits nach einem halben Jahr umfasst die Mitgliederkartei über 125 Adressen. Durch unzählige „Bettelbriefe“ an Stiftungen und Institutionen findet Renée Komenda nach und nach auch einige Geldgeber, die zum Teil heute noch den Verein AURORA unterstützen, unter anderem das Bundesamt für Sozialversicherung.

Als es gegen Ende ihres Projektjahres geht, stellt sich für Renée Komenda die Frage „Wie weiter?“ In der Regel wird ein Projekt am Ende der Ausbildung abgeschlossen und nicht weitergeführt. Da aber AURORA auf so grossen Anklang stösst, ist Renée Komenda fast „gezwungen“, einen Verein zu gründen, damit Betroffene auch weiterhin profitieren können. Obwohl dies ein riesiger zusätzlicher Aufwand ist, der für die Ausbildung auch nicht bewertet wird, nimmt sie die Herausforderung an, sucht zwölf Fachleute als Vorstandsmitglieder (davon sind nur zwei selber verwitwet) und führt am 21. März 1996 das Projekt AURORA in den Verein AURORA über, welchen sie in der Folge noch zwei weitere Jahre leitet.

 

Auch heute noch finden jedes Jahr Frauen und Männer in den Regionalgruppen über die ganze Schweiz verteilt, Hilfe und Zuspruch. Sie erfahren, dass sie nicht alleine sind mit ihren Problemen, und sie finden durch die Anlässe, Ferien und Kurse langsam wieder zurück in ein neues Leben, eben wie der Name sagt, nach dem Dunkel bricht zaghaft die Morgenröte durch.

 

Heute sind bereits über 10 Jahre vergangen seit der Gründung von AURORA. Sicher sind aber alle Leser, alle Mitglieder, Renée Komenda dankbar, für diesen tollen Verein. Für viele von uns ist er überlebenswichtig.

 

Sprache

Deutsch (DE-CH-AT)Italian - Italy

Newsflash

die Generalversammlung AURORA findet am 17.03.2012 in Regensdorf statt


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